Kino & TV
Posted By Fredericke / 13th Oktober 2011
Artur Brauner brachte die Idee zum Film “Wunderkind” von Marcus O. Rosenmüller hervor und schuf so eine Geschichte aus Freundschaft und Solidarität in Zeiten, die eigentlich fest in den Händen von Diktatur und Krieg lagen. Sie spielt in der Ukraine im Jahr 1941, in jenen Monaten vor und nach dem deutschen Übergriff auf die Sowjetunion.
Kein anderer Produzent richtete den Fokus seiner Filme so beständig auf den Holocaust und die Verbrechen des Zweiten Weltkriegs. Für ihn war stets der Film der Weg, ein breites Publikum zu erreichen, in dem die Erinnerung an den Völkermord erhalten bleiben sollte. Auch das neuste Werk “Wunderkinder” findet sich nun als Teil dieser Geschichte wieder, in der sich im Sommer 1941 drei äußerst musikalische Kinder in der Ukraine begegnen und Freundschaft schließen. Bei den “Wunderkindern” handelt es sich hier um die beiden jüdischen Kindern Larisha und Abrasha. Während sich ihre Freundschaft zu einem begabten deutschen Mädchen entwickelt, werden die Erfahrungen und Situationen des beginnenden Krieges, der Deportierungen von Juden, aus Sicht eben dieser jungen Augen geschildert.
Doch die Glaubwürdigkeit des Geschehens geht der guten Absicht wegen ein wenig verloren. So zeigen sich hier zwar eine Menge gute Darsteller, die sich jedoch etwas zu naiv für solche Zeiten, in denen die Realität schonungslos war, geben müssen. Das gewisse genaue Detail scheint hier zu fehlen, ist die Art der Hilfe zwischen deutscher und jüdischer Familie doch eher unrealistisch. Auch zieht sich konsequent die deutsche Sprache durch den Film, wobei ukrainische, russische oder etwa jiddische Ausdrücke völlig außen vor bleiben. Auch was Erziehung oder Sprache betrifft, scheinen hier keinerlei Unterschiede aufzutreten. Doch wenn auch die Schauplätze zu aufgeräumt und die Panzer, die schon hunderte Kilometer hinter sich haben sollen, so sauber scheinen, zeichnet sich so zumindest ganz deutlich ein Erinnerungsstück mit klarer Botschaft ab.
Posted By Fredericke / 28th Juli 2011

Cast von Brautalarm, Quelle: keylog_flickr
Nach Hangover I und Hangover II ist hierzulande auch endlich das weibliche Gegenstück “Brautalarm” in den Kinos zu bewundern. Hierbei geht es um eine Frau die heiraten wird und ihre beste Freundin die den Junggesellinnenabend organisieren soll. Mit dabei sind noch andere Freundinnen, unter anderem auch die dicke Kampflesbe gespielt von Melissa McCarthy. Bis hierhin alles Parallelen zu Hangover. Aber genauso geht es auch weiter. So ist auch hier die Person die heiratet nicht Hauptcharakter des Films, sondern viel mehr ihre beste Freundin die alles organisieren soll. Sie selbst steckt grad in einem totalen Tief in ihrem Leben. Ihrer Konditorei droht die Insolvenz, sie findet keinen Mann fürs Leben und ihr aktueller Liebhaber ist nicht nur im Leben, sondern auch noch im Bett eine totale Null. So steuert es nicht gerade für ihren Optimismus bei, dass ihre kleine Sandkastenfreundin vor ihr heiraten wird.
So hat dieser Film eine ziemliche hohe Gag-Quote, wobei jedoch nicht jeder so gut zündet und höchsten mal eh schon trockene Fassadenfarbe von der Wand bröckeln lässt. Es ist auch einfach Geschmackssache. Wenn die Mädels beispielsweise ins Brautgeschäft gehen und ihre Kleider anprobieren und plötzlich merken, dass das zuvor eingenommene Essen vom Mexikaner droht wieder herauszukommen und sie alle schnell flüchten während das Essen schon bemerkbar aus ihnen herausschießt – dann ist das eindeutig Geschmackssache und lässt die eine Hälfte des Kinos johlend in ihren Kinositzen aufschreien, während die anderen nur mit dem Kopf schütteln und hoffen, dass diese Szene nur schnell zu Ende geht.
Insgesamt kann man den Film für Fans dieses Genre weiterempfehlen, jedoch sollte man nicht mit zu hohen Erwartungen ins Kino gehen. Ich denke es werden sich alle einig sein, wenn man sagt, dass Hangover unangefochten die Nummer 1 in diesem Genre ist und bleibt.
Posted By Robert / 22nd April 2011
Hans Joachim Kulenkampff ist eine kleine Legende im Fernsehen, ein ganz besonderer Moderator der sich nicht verstellte und kein Blatt vor den Mund nahm. Wenn seine Show “Einer wird gewinnen” im Fernsehen lief, waren die Straßen leer, keiner wollte dieses Ereignis verpassen. Auch Alfred Biolek gehört dazu „ Er war lustig, er hat sich natürlich bewegt, das war für damalige Zeiten sehr ungewöhnlich.” Über die zwei großen Dramen in seinem Leben, die dunkle Vergangenheit, weiß kaum jemand etwas, er wollte auch nie darüber reden.
Sein Sohn Kai erzählt wie sein Vater, ein Pazifist und Freigeist, sich im Krieg gegen Russland mit 20 Jahren selbst die erfrorenen Zehen amputieren musste, gegessen wurde hinter eine aufgebauten Mauer aus den Leichen der gefallenen Kameraden. „ Das ist wahrscheinlich schwer aufzuarbeiten“, sagt er, “Ich glaube nicht, dass man meinen Vater, also den Kuli verstehen kann, ohne diese Vergangenheit des Krieges zu kennen.” . Doch „Kuli“ sprach fast nie darüber, er gehörte zu der Genration Verdrängen und Vergessen.
Doch im Fernsehen will er genau das Gegenteil erreichen: “Nie wieder Krieg” war sein Credo. Als er 1969 Willy Brandt in seinem Wahlkampf für dessen Friedens- und Ostpolitik unterstützt, hagelt es Schmähbriefe. Doch das kann Hans Joachim Kulenkampff nicht aufhalten, er will nicht mehr „die Klappe halten“ und äußert sich offensiv im Fernsehen: „Nur politische Scheißer und kleine Hirne können es sich nicht vorstellen, dass ein Mensch eine ehrliche Meinung haben kann und diese äußert.”
Wenn es allerdings um seine eigenen Nöte geht, schweigt er. So auch zu seinen psychosomatischen Störungen ausgelöst durch den Krieg und dem zweiten Drama seines Lebens: der Verlust seines Sohnes. Auf einer Heimfahrt vom Ferienhaus verunglückt sein Frau mit den Kindern, alle überleben unverletzt außer der kleine Till. Seine Frau findet Trost im Glauben, doch „Kuli“ schafft es nicht darüber zu sprechen, arbeitet noch mehr, will alles verdrängen erinnern sich seine Schwägerin und seine Tochter Merle.
Hans Joachim Kulenkampff war ein Mensch mit vielen Gesichtern: der charmante Mann von Welt im Fernsehen der stundenlang erzählen konnte, ein lustiger Darsteller auf der Bühne, ein politischer Aktivist der kein Blatt vor den Mund nahm aber auch ein gebrochener Mann, der mit den Dramen seines Lebens nur schwer zu Rande kam und wie so viele seiner Generation schwieg und verdrängte.
Er starb am 14. August 1998 in Seeham in Österreich.
Posted By Magdalena / 15th April 2011
Heute gibt es mal wieder ein klassisches Fernsehprogramm. Der bekannte Film die Brücken am Fluss von Clint Eastwood ist damals schon eingeschlagen wie eine Bombe und noch heute ist der Streifen sehr beliebt. Auch wenn der Film mit Brücken an sich nichts zu tun hat, es weiß wohl jeder was gemeint ist. Er spielt im verträumten Madison County in Iowa, USA. Der Film handelt von großen Gefühlen, tiefgründigen Entscheidungen und natürlich von Liebe. Die Brücken gelten hierbei als Symbol, als Metapher für die Verbindung die zwischen zwei Menschen entstehen kann.
Die Hausfrau Francesca die mit ihrem amerikanischen Mann der in ihrer Heimat Italien stationiert war nach Amerika gekommen ist lebt mit ihm und ihren Kindern auf einer abgelegen Farm. Als ihr Mann und die Kinder eines Tages nicht zu hause sind, kommt ein Fremder vorbei der sie nach dem Weg fragt. Über die Zeit hinweg entwickelt sich zwischen den beiden eine enge Bindung. Robert und Francesca verlieben sich ineinander, doch sie vermutet die Annahme dass er ein Lebemann sei und aufgrund seiner ungebundenen Art Affären auf der ganzen Welt hat. Doch Robert meint es ernst und mit ihr, und bitte Sie ihn auf seinen Reisen zu begleiten. Francesca, die sich aufgrund ihrer hausfraulichen Art minderwertig vorkommt, würde nichts lieber tun. Doch aus Rücksicht auf ihre Familie bleibt sie auf der Farm. Als ihr Mann stirbt, versucht sie Robert ausfindig zu machen, doch erfolglos. statt dessen erfährt sie von seinem Tode. Auch wenn das Liebesdrama mit nur wenig Text ausgeschmückt wird, die Bilder sprechen Bände und ziehen jeden Zuschauer mit in einen geheimnisvollen Bann. Nach dem Tod von Francesca selbst finden ihre Kinder ihre Tagebücher und sind zunächst völlig entsetzt über die Bekanntschaft ihrer Mutter. Nach und nach entwickeln sie jedoch Verständnis.
Der Film ist vorrangig aus weiblicher Sicht gedreht. Innerer Konflikt und die Qual der Entscheidung stehen hier im Vordergrund. Wer denn film noch nicht gesehen hat sollte diesen Klassiker unbedingt einmal anschauen!
Posted By Magdalena / 12th April 2011
Pünktlich zur Hochzeit von Prinz William und seiner Kate wartet die moderne Fernsehunterhaltung mit einem weiteren Highlight auf: “The Queen” heißt das TV-Spektakel, das einen Blick hinter die Kulissen des Balmoral Castle, einem der Landsitze von Queen Elizabeth II., und des Buckingham Palace wirft. Heikel vor allem deshalb weil der Film im August 1997, also unmittelbar nach dem tragischen Unfalltod von Prinzessin Diana, spielt.
Der Film beschreibt den möglichen Dialog zwischen der britischen Krone – die sich auf ihrem schottischen Schloss abkapselt und keinen Grund für eine öffentliche Trauerbekundung sieht – und dem Premier Tony Blair – der bemüht ist, die Queen zum Einlenken zu bewegen. Dieses filmische Aufeinanderprallen von Konservatismus und Moderne wird mit zahlreichen Nachrichtenbildern und Archivaufnahmen untermalt.
Die wunderbare Helen Mirren glänzt in der Hauptrolle als Queen Elizabeth II und versucht, einen Einblick in die menschliche Seite der Queen abseits von Traditionen und Konventionen zu geben. Ein wahres Meisterwerk des britischen Regisseurs Stephen Frears auf der Grundlage des Drehbuchs von Peter Morgan.
Am 21. April um 22.15 Uhr im ZDF!