Das Drama ‘Wunderkinder’

Artur Brauner brachte die Idee zum Film “Wunderkind” von Marcus O. Rosenmüller hervor und schuf so eine Geschichte aus Freundschaft und Solidarität in Zeiten, die eigentlich fest in den Händen von Diktatur und Krieg lagen. Sie spielt in der Ukraine im Jahr 1941, in jenen Monaten vor und nach dem deutschen Übergriff auf die Sowjetunion.

Kein anderer Produzent richtete den Fokus seiner Filme so beständig auf den Holocaust und die Verbrechen des Zweiten Weltkriegs. Für ihn war stets der Film der Weg, ein breites Publikum zu erreichen, in dem die Erinnerung an den Völkermord erhalten bleiben sollte. Auch das neuste Werk “Wunderkinder” findet sich nun als Teil dieser Geschichte wieder, in der sich im Sommer 1941 drei äußerst musikalische Kinder in der Ukraine begegnen und Freundschaft schließen. Bei den “Wunderkindern” handelt es sich hier um die beiden jüdischen Kindern Larisha und Abrasha. Während sich ihre Freundschaft zu einem begabten deutschen Mädchen entwickelt, werden die Erfahrungen und Situationen des beginnenden Krieges, der Deportierungen von Juden, aus Sicht eben dieser jungen Augen geschildert.

Doch die Glaubwürdigkeit des Geschehens geht der guten Absicht wegen ein wenig verloren. So zeigen sich hier zwar eine Menge gute Darsteller, die sich jedoch etwas zu naiv für solche Zeiten, in denen die Realität schonungslos war, geben müssen. Das gewisse genaue Detail scheint hier zu fehlen, ist die Art der Hilfe zwischen deutscher und jüdischer Familie doch eher unrealistisch. Auch zieht sich konsequent die deutsche Sprache durch den Film, wobei ukrainische, russische oder etwa jiddische Ausdrücke völlig außen vor bleiben. Auch was Erziehung oder Sprache betrifft, scheinen hier keinerlei Unterschiede aufzutreten. Doch wenn auch die Schauplätze zu aufgeräumt und die Panzer, die schon hunderte Kilometer hinter sich haben sollen, so sauber scheinen, zeichnet sich so zumindest ganz deutlich ein Erinnerungsstück mit klarer Botschaft ab.

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