Georg Kreisler: Ein Nachruf
Geschrieben von Paul ~ 9th Dezember 2011
Leere Bühne © Frog 974 - Fotolia.com
Allerlei Kuriositäten, bittere Geniestreiche und manch denkwürdige Begegnung- das wird mit dem Namen Georg Kreisler in Verbindung gebracht. Die Person, die sich hinter diesem Namen befindet, gilt in vielen Kreisen als Multitalent und großartiger Künstler, der trotz allem durch stetes Anecken nie wirklich ein Teil davon wurde.
Seine Geschichte begann im Wien des Jahres 1922, wo er als Kind einer jüdischen Familie geboren wurde. Als Österreich sich 1938 Nazi-Deutschland anschließt, fliehen sie nach Amerika und Kreisler kam schon in frühen Jahren mit vielen Berühmtheiten in Kontakt. Als US-Soldat kehrte er in späteren Jahren wieder nach Europa zurück. Dann begannen die Zeiten, in denen er Charlie Chaplin am Klavier assistierte und erste komische Stücke schrieb, die mit einer solchen Portion tiefschwarzen Humors gespickt waren, dass Plattenfirmen zu damaliger Zeit noch vor einer Veröffentlichung zurückschreckten.
Folgende Jahre prägten ihn als Nachtclubsänger in New York und als Mitglied einer Kabarett-Gruppe in Wien, zu der unter anderem auch Helmut Qualtinger gehörte. Doch Kreisler will sich mit bloßem Parodieren nicht zufrieden geben und stößt mit seiner gesellschaftskritischen Ader auch bei seinen Kollegen selten auf Wohlgefallen.
Mit seinem Walzer “Taubenvergiften im Park” verschaffte sich Kreisler ebenso viel Bekanntheit wie Feinde und wurde so zu dem deutschsprachigen Kabarettist, der in seinem Leben zensiert und ausgebootet wurde wie kein anderer. Seine geniereiche und zuweilen makabere Kunst, in der sich seine Person ausdrückte, ließ ihn nicht nur in seinem Schaffen als Kabarettist stets ein Außenseiter bleiben. In seinen Lebensjahren blieb er stets offen, aber kritisch und ebenso rastlos. Jedes Jahrzehnt gab ihm eine andere Stadt zur Heimat und er erschuf neben zahlreichen Kabarett- und Chanson-Programmen, auch unzählige Platten, Bücher, Fernsehsendungen und zwei Opern.
