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Hans-Joachim Kulenkampff – Ein Star der ersten Stunde

Hans Joachim Kulenkampff ist eine kleine Legende im Fernsehen, ein ganz besonderer Moderator der sich nicht verstellte und kein Blatt vor den Mund nahm. Wenn seine Show “Einer wird gewinnen” im Fernsehen lief, waren die Straßen leer, keiner wollte dieses Ereignis verpassen. Auch Alfred Biolek gehört dazu „ Er war lustig, er hat sich natürlich bewegt, das war für damalige Zeiten sehr ungewöhnlich.” Über die zwei großen Dramen in seinem Leben, die dunkle Vergangenheit, weiß kaum jemand etwas, er wollte auch nie darüber reden.

Sein Sohn Kai erzählt wie sein Vater, ein Pazifist und Freigeist, sich im Krieg gegen Russland mit 20 Jahren selbst die erfrorenen Zehen amputieren musste, gegessen wurde hinter eine aufgebauten Mauer aus den Leichen der gefallenen Kameraden. „ Das ist wahrscheinlich schwer aufzuarbeiten“, sagt er, “Ich glaube nicht, dass man meinen Vater, also den Kuli verstehen kann, ohne diese Vergangenheit des Krieges zu kennen.” . Doch „Kuli“ sprach fast nie darüber, er gehörte zu der Genration Verdrängen und Vergessen.

Doch im Fernsehen will er genau das Gegenteil erreichen: “Nie wieder Krieg” war sein Credo. Als er 1969 Willy Brandt in seinem Wahlkampf für dessen Friedens- und Ostpolitik unterstützt, hagelt es Schmähbriefe. Doch das kann Hans Joachim Kulenkampff nicht aufhalten, er will nicht mehr „die Klappe halten“ und äußert sich offensiv im Fernsehen: „Nur politische Scheißer und kleine Hirne können es sich nicht vorstellen, dass ein Mensch eine ehrliche Meinung haben kann und diese äußert.”

Wenn es allerdings um seine eigenen Nöte geht, schweigt er. So auch zu seinen psychosomatischen Störungen ausgelöst durch den Krieg und dem zweiten Drama seines Lebens: der Verlust seines Sohnes. Auf einer Heimfahrt vom Ferienhaus verunglückt sein Frau mit den Kindern, alle überleben unverletzt außer der kleine Till. Seine Frau findet Trost im Glauben, doch „Kuli“ schafft es nicht darüber zu sprechen, arbeitet noch mehr, will alles verdrängen erinnern sich seine Schwägerin und seine Tochter Merle.

Hans Joachim Kulenkampff war ein Mensch mit vielen Gesichtern: der charmante Mann von Welt im Fernsehen der stundenlang erzählen konnte, ein lustiger Darsteller auf der Bühne, ein politischer Aktivist der kein Blatt vor den Mund nahm aber auch ein gebrochener Mann, der mit den Dramen seines Lebens nur schwer zu Rande kam und wie so viele seiner Generation schwieg und verdrängte.
Er starb am 14. August 1998 in Seeham in Österreich.